Interview mit Cyrano de Bergerac-Fechttrainerin Renata Jocic

Kampfszenen sind mehr Choreographie als Kampf, das Augenmerk liegt vor allem in der Entwicklung, in der Dramaturgie: es gibt einen Einstieg, einen Verlauf – und genau einen solchen Verlauf, der jeweils an die Figuren angebunden ist, gibt es auch in der Choreographie. Jede Rolle hat idealerweise also eine eigene Bewegungsmatrix.

Wir haben uns gerade bei diesem Stück entschieden, nicht mit Fakes zu arbeiten. Die Fakes erzählen unter Umständen von nur einem einzigen Blickwinkel, deuten etwas an oder auf etwas hin – die Choreographie, so wie ich sie entwickle, steht aber in direktem Zusammenhang mit den Figuren, im besten Fall übertragen sich die Charakterzüge der Figuren auf den Kampf.

 

Was durchlebt die Figur in einem Kampf?
Dieses Erlebte im Moment gibt auch der Figur nochmal einen anderen Atem, ein anderes Gefühl für den Körper.

Einen Plan B für die eine oder andere Bewegung gibt es nicht. Jede Bewegung ist verinnerlicht und an das Spiel angebunden, die Schauspieler müssen wissen, warum sie überhaupt da sind – das ist die Essenz. Aber es gibt natürlich auch Bewegungen, die belanglos sein können. Bewegungen, die als Aufhänger fungieren oder Bewegungen, die Sinn machen und eine Berechtigung haben.

Es gibt zwei große Kämpfe im Cyrano und einen Albtraum, eine kurze Sequenz, in der erkennbar ist, was tatsächlich erzählt wird, was es tatsächlich auf sich hat. Da kann man ganz genau erkennen, wie Körpersprache in einem Erzählstrang funktionieren kann. Und es gibt noch ein paar kleinere Raufereien…

„Das Schauspiel-Erlebnis des Jahres“: Nur noch wenige Vorstellungen!

Edmond Rostands berühmtes Liebesdrama „Cyrano de Bergerac“ feierte am 10. Juni umjubelte Premiere auf der Schloßbergbühne Kasematten.

Publikum und Presse zeigen sich euphorisch: „Ganz großes Theater!“, schreibt die APA. „Fesselnd, witzig, berührend“, so die Kleine Zeitung begeistert. „Jubelstürme für ‚Cyrano‘“, resümiert die Kronen Zeitung den von Markus Bothe inszenierten Abend.

Wer den romantischen Klassiker auf der Schloßbergbühne Kasematten noch erleben möchte, der hat dazu nur noch wenige Möglichkeiten: Von 28. bis 30. Juni sowie von 4. bis 6. Juli wird noch einmal auf höchstem Niveau gefochten, gelitten und geliebt.

„Wir sind Gerechte!“

Ein Schauspiel des SPIELKLUB 14+ über ein Attentat auf den russischen Großfürsten Sergej …

Auf der Bühne stehen junge Menschen im Alter von 14 bis 20 Jahren, konfrontiert mit den Problemen von morgen, die ihren Ursprung in unserem Gestern haben. Und die sie bitteschön lösen sollen. Heute noch.

Denn „auf dieser Welt ist kein Platz mehr für Geduld und langsames Reifen. Wir sind verdammt, größer zu sein als wir selber. Wir sind nicht mehr von dieser Welt. Wir sind Gerechte“.

Leitung Benedikt Greiner, Clemens Maria Riegler, Viola Novak
Dramaturgie Jennifer Weiss
Von und mit Bettina Zechner, Benedikt Kalcher, Elisabeth Reichenbrugger, Jana Rabofsky, Johanna Marauschek, Khalil Amiry, Lara Almbauer, Lena Stuhlpfarrer, Lotte Oberthaler, Lucia Neuhold, Matthias Dielacher, Mohsen Rezai, Rizwan Jonas, Roxanne Brugger

 

VORSTELLUNGEN von DIE GERECHTEN am 29. und 30. Juni, jeweils 20.00 Uhr, HAUS ZWEI

 

Tankred Dorst †

„Die wenigen Spuren ihrer Existenz bleiben rätselhaft.“ (Merlin in „Merlin oder Das wüste Land“ über die Menschheit)

Tankred Dorst ist verstorben. Mit großer Trauer haben wir heute diese Nachricht erhalten.
Mit seinem Weltepos „Merlin oder Das wüste Land“ (Regie: Jan-Christoph Gockel) eröffnete Intendantin Iris Laufenberg ihre erste Spielzeit 2015.2016 am Schauspielhaus Graz. Im Zuge dessen begegnete uns Tankred Dorst als freundlicher, kluger, weltoffener Mensch, der mit Leib und Seele Autor war. Diese Begegnungen werden uns in wertvoller Erinnerung bleiben. Unsere Gedanken sind bei allen, die ihm nahestanden.
Das Team des Schauspielhaus Graz

„Der richtige Weg ist der, auf dem der Mensch sich selber findet.“ (aus „Merlin oder Das wüste Land“ von Tankred Dorst und Ursula Ehler)

Iris Laufenberg: „Tankred Dorst war 1991 mein erster ‚Chef‘ am Theater nach meinem Uni-Abschluss. Er hatte gemeinsam mit Intendant Manfred Beilharz am Schauspiel Bonn das Festival Bonner Biennale gegründet. Mit Ursula Ehler und Tankred Dorst war ich für das Festival auf unvergesslichen Dienstreisen durch Europa und gemeinsame Erlebnisse auf Reisen schweißen zusammen. Vor allem dann, wenn die Begleitung solch gebildete und großzügige Weltenbummler sind, an deren Seite zu sein, jede Sekunde reines Vergnügen bedeutete. Ich bin unendlich traurig und meine Gedanken sind bei Ursula. Eurer beiden Liebe ist in der Tat tiefer als jeder Ozean.“

„Und einmal sollte Frieden sein für immer.“ (aus „Merlin oder Das wüste Land“ von Tankred Dorst und Ursula Ehler)

 

Bild 1: Tankred Dorst, Iris Laufenberg, Ursula Ehler | Bild 2: Leitungssitzung der Bonner Biennale 1993 mit Ursula Ehler, Tankred Dorst, ehem. Intendant des Schauspiel Bonn Manfred Beilharz, Iris Laufenberg, Irma Dohn, Herrmann Wündrich und Frieder Weber (von rechts nach links) | Bild 3: Tankred Dorst, Iris Laufenberg, Ursula Ehler (Maifestspiele Wiesbaden 2016) | Tankred Dorst, Ursula Ehler, Uwe-Eric Laufenberg (Maifestspiele Wiesbaden)
Die Bilder sind nicht zum Download und zur Veröffentlichung freigegeben.

Über Tankred Dorst auf nachtkritk.de
1925 im thüringischen Oberlin bei Sonneberg geboren, begann Dorst seine Schriftstellerlaufbahn in München, wo er in den 1950er Jahren für das Studenten-Marionettentheater „Kleines Spiel“ Stoffe der Weltliteratur von Lope de Vega bis Grabbe bearbeitete. Seinen Durchbruch als Dramatiker erlebte er 1960 mit dem an Brechts epischem Theater geschulten Einakter „Große Schmährede an der Stadtmauer“. Dorsts inhaltlich stets komplex gedachte Stücke wurzeln – trotz oft mythischer oder fantastischer Stoffe – in der Gegenwart. Besonders sein 1981 in Düsseldorf uraufgeführtes Achtstundendrama „Merlin oder Das wüste Land“ inspiriert Regisseure immer wieder zu grundsätzlichen Befragungen der Zeit. Seine Verfechter heben Dorsts konsequentes Eintreten für eine Perspektive des Einzelnen hervor, sein Misstrauen gegenüber Ideologien und verordneten Perspektiven der Geschichtsschreibung.

In seinen mehr als 50 Stücken setzte sich Tankred Dorst auf unterschiedlichste Weise mit den Fragen der menschlichen Existenz auseinander. Regisseure wie Peter Zadek, Dieter Dorn und Hans Neuenfels arbeiteten eng mit ihm zusammen. Neben Theaterstücken schrieb Tankred Dorst auch Libretti und Drehbücher. Viele Stoffe wurden gemeinsam mit Ursula Ehler entwickelt, mit der er seit Anfang der 1970er Jahre verheiratet war. 2009 wurde Dorst mit dem Verdienstorden des Landes Thüringen ausgezeichnet. 2010 wurde ihm der Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Würtemberg verliehen, im selben Jahr wurde er Ehrenbürger von Sonneberg. 2012 erhielt er für sein Lebenswerk den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“. (WDR / geka)

Ein abgründig-komischer Trip!

Mephistoland“ ist ein Ausflug in eine absurde Welt. Regie führt der ungarische Regisseur András Dömötör, der zuletzt am Schauspielhaus Ferdinand Schmalz‘ „der thermale widerstand“ inszenierte.

Das mehrfach zum „Theater des Jahres“ gekürte Maxim Gorki Theaters Berlin ist mit diesem urkomischen und zugleich bitteren Theaterabend im Rahmen des DRAMATIKER|INNENFESTIVAL zu Gast im Schauspielhaus Graz.

Mephistoland“ am 7. und 8. Juni, jeweils 20.00 Uhr, HAUS EINS

Waldbauernbub in Schräglage

Im Rahmen des DRAMATIKER|INNENFESTIVAL kehrt am 9. Juni die Uraufführung „Die Neigung des Peter Rosegger“ für einen Abend ins Schauspielhaus zurück: Autor Thomas Arzt thematisiert dabei mit ironischem Augenzwinkern das Verhältnis von Weltoffenheit und Heimatverbundenheit.

„Ein Abend, der Lust auf mehr Arbeiten des Autors macht“, zeigte sich die APA nach der Premiere im Herbst 2016 begeistert.

Wie sieht sie aus, die Heimat, die wir wollen?

Am nächsten Tag, dem 10. Juni, gibt es zum Thema „Heimat“ interessante Podiumsgespräche in HAUS EINS: Unter dem Motto „My Own Private Nation. Gespräche über Heimat“ finden um 12.00, um 14.00 sowie um 16.00 Uhr drei Podiumsdiskussionen mit hochkarätigen Gesprächsteilnehmer*innen (u. a. Autor Thomas Arzt) statt.

Die Neigung des Peter Rosegger“ am 9. Juni, 20.00 Uhr, HAUS EINS

Podiumsgespräche am 10. Juni, 12.00, 14.00 sowie 16.00 Uhr, HAUS EINS

 

„Ein virtuos erfüllter Auftrag“ und „ein wütender, intensiver Abend“

„Wenn zwei literarische Giganten fusioniert werden“: „Der Auftrag: Dantons Tod“ ist am 1. Juni zum letzten Mal in HAUS EINS zu sehen: „Ein virtuos erfüllter Auftrag. Ein Wagnis, restlos geglückt“, resümiert die Kleine Zeitung den Abend. „Jan-Christoph Gockel sorgt mit seinem kongenialen Bruder im Geiste, dem Puppenspieler Michael Pietsch für ein multimediales, anarchisches Treiben fernab aller Theaterkonventionen.“

Am 3. Juni begegnen einander in „H“ zum letzten Mal Kurt Cobain und Prinz Hamlet in HAUS DREI – zwei Brüder im Geiste. „Florian Köhler nähert sich in ‚H‘ Shakespeares Hamlet und Kurt Cobain an. Ein wütender, intensiver Abend“, zeigt sich die Kleine Zeitung nach der Premiere begeistert.

 

Zum letzten Mal „Der Auftrag: Dantons Tod“ am 1. Juni, 19.30 Uhr, HAUS EINS

Zum letzten Mal „H“ am 3. Juni, 20.30 Uhr, HAUS DREI

 

Yellow Line

Am 1. Juni ist die Komödie „Yellow Line“ von Charlotte Roos und Juli Zeh zum letzten Mal in HAUS ZWEI des Schauspielhaus Graz zu sehen (20 Uhr).

Zum Stück: Sei es in der Kunst, in der Politik, im Urlaub: Überall wird der Mensch an die Hand genommen, hinter Zäune und in ein festes Regelwerk gezwängt. In „Yellow Line“ verschwimmen Grenzen zwischen Pauschalurlaub, Massenzuwanderung und Massentierhaltung und werden Grenzübertritte im Allgemeinen zum Problem. Dabei stehen die Figuren immer wieder vor der Frage, ob es sinnvoll ist, vorgegebene Linien zu überschreiten und wann dabei die öffentliche Ordnung wirklich in Gefahr gerät.

YELLOW LINE von Charlotte Roos und Juli Zeh
Zum letzten Mal am 1. Juni, 20 Uhr, HAUS ZWEI

Regie Jan Stephan Schmieding Bühne Frank Holldack, Anne-Sophie Raemy Kostüme Anne-Sophie Raemy Dramaturgie Iris Laufenberg mit Vera Bommer, Simon Käser, Nico Link, Anne Weinknecht

Und das sagte die Presse zum Stück:

„Schwindelerregend scharfsichtig. […] Der Text ist widerborstig, wahnsinnig witzig und politisch unkorrekt. […] In rasanten Ringelspielrunden, bei der jede Umdrehung eine neue Überraschung birgt, dreht Regisseur Jan Stephan Schmieding die Geschichten ineinander. Das großartige Ensemble (Nico Link, Vera Bommer, Simon Käser, Anne Weinknecht) spielt sich in 75 temporeichen Minuten durch einen scharfsichtigen Abend.“ (Julia Schafferhofer, Kleine Zeitung, 24. September 2016)

„Eine skurrile, hochaktuelle Komödie, die brennende Themen behandelt und trotzdem bestens unterhält. Sehr gelungen! […] So kann man ernste Themen mit Witz versetzen und sein Publikum bestens unterhalten.“ (Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 24. September 2016)

Performance über Revolution, Stillstand und das Zerdenken von Dingen

Der Spielklub 16+ des Theater am Ortweinplatz präsentiert gemeinsam mit dem Schauspielhaus Graz die Produktion „Apfel oder Birn‘“, zu sehen am 26. und 27. Mai.

Mitten im Chaos liegen ein Apfel und eine Birne. Essen darf man entweder das eine oder das andere. Beides geht nicht. Es wird überlegt. Wahrscheinlich schmeckt die Birne besser, aber der Apfel wäre auch gut gegen den Durst. Wenn die Birne aber reif und saftig ist, dann ist sie genau so erfrischend wie ein Apfel. Ist die Birne reif? Sie schaut eher hart aus. Wenn der Apfel nun aber mehlig ist, oder die Birne mittlerweile faul… Da kommt ein Vogel und isst beides auf.

PREMIERE am 26. Mai, 20.00 Uhr, HAUS ZWEI
Weitere Vorstellung am 27. Mai, 20.00 Uhr, HAUS ZWEI

Der Juni im Schauspielhaus: Sehen, hören, genießen!

Volles Programm im Juni im und um das Schauspielhaus:

Den Beginn macht Folke Tegetthoffs Internationales Storytelling Festival „grazERZÄHLT“, das im Juni zu Gast im Schauspielhaus ist.

Weiter geht es von 6. bis 11. Juni mit dem DRAMATIKER|INNENFESTIVAL 2017 mit Aufführungen, Workshops, Lesungen, Diskussionen, die Verleihung des Retzhofer Dramapreises und Begegnungen von und mit Dramatiker*innen aus dem In- und Ausland zeigen diskussionsfreudig Positionen: alles „Privatsache“?

Und eine ganz besondere Premiere erwartet Sie ab 10. Juni auf der Schloßbergbühne Kasematten Liebesdrama „Cyrano de Bergerac“ in einer Inszenierung von Markus Bothe.