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Kritik zu „dosenfleisch“: Sein und Schein im Nicht-Ort Raststation

von Daniel Mähr 

Mit „dosenfleisch“ versucht sich das Schauspielhaus Graz daran, den Roadmovie für das Theater zu erobern – und gerät dabei durch Ferdinand Schmalz‘ Sprachexzesse ins spaßige Schleudern.

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Diskusveranstaltungen am Schauspielhaus Monolith

ASYL ALS MENSCHENRECHT, EUROPA UND SEINE GRENZEN am 9. Juni, 16.00 bis ca. 17.00 Uhr, KAPISTRAN-PIELLER-PLATZ MIT Lisa Heschl (Dissertantin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen der Karl-Franzens Universität Graz) sowie Clemens Bechtel (Leitung Gespräch)

Flucht und Alltag am 10. Juni, 16.00 bis ca. 17.00 Uhr, KAPISTRAN-PIELLER-PLATZ MIT Claudia Maczkiewicz (Leiterin des Projekts „Connecting People“ von „zebra“), Martin Wedenig-Dörler (Leiter des Wohnhaus für Flüchtlinge in Söding), Clemens Hofer (Betreuer in Söding), Martin Hochegger (Leiter der Lebenshilfe Steiermark) sowie eventuell Bewohner des Quartiers in Söding sowie Clemens Bechtel (Leitung Gespräch)

IS Radikalisierung versus Islam – Dshihadisten-Prozesse in Graz am 16. Juni, 16.00 bis ca. 17.00 Uhr, KAPISTRAN-PIELLER-PLATZ MIT Felix Lippe (Masterstudent im Studiengang „Peace and Security Studies“ am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg), Werner Miedl (Geschäftsführer von „Sicher Leben in Graz“) sowie Jennifer Weiss (Leitung Gespräch)

TLG: Aus die Maus

So! Festival aus. Der Betrieb im Schauspielhaus geht weiter. Es wurde heute als letzter Programmpunkt LUPUS IN FABULA von Henriette Dushe in einer Inszenierung von Claudia Bossard gezeigt. Dafür beschließt, ungefähr einen Kilometer weiter östlich, das Interpretationszentrum seinen Betrieb. In der Leonardstraße 71, in einem verwinkelt verwachsenen Leerstand wurde in den letzten vier Tagen das Gros der zweiten Programmlinie des Festivals, die Interpretationssache16, präsentiert. Autoren und Autorinnen aus dem weiteren Umfeld von uniT fanden dort Ort, um ihre Texte in sehr unterschiedlichen Formaten vorstellen zu können. Die Installation GRENZÜBERSCHREITUNGEN, das Herzstück der Angelegenheit, war über die vier Tage lang zu besichtigen. Verteilt in den Räumlichkeiten des Hauses wurden Texte des nunmehrig abgeschlossenen Jahrgangs DRAMA FORUM 2014 – 2016 in begehbaren Text-Bild-Kompositionen, in performativen Umsetzungen und in Werkstatt- Inszenierungen dem Publikum nahe gelegt. Neben gewachseneren Formaten wie den Arbeitsateliers (wo Lisa Danulat und Ivna Žic ihre aktuellen Textpräsentationen im Theater am Lend in Ausführlichkeit vorgestellt haben) oder der Kritikfabrik (wo ausgehend von einer Performance von Peter Waterhouse zum sprachtheoretischen Thema Übersetzung in vier darauffolgenden Workshops auf konkrete Situationen der Übersetzung eingegangen worden war) wurde am gestrigen letzten Abend SCRATCH NIGHT gemacht. Publikum und Schreibenden saßen da gemeinsam an Tischen, es wurde gemeinsam gelesen, gelacht und ja, es wurde gemeinsam getrunken. Ein ausgesprochen niederschwelliges Format, das es versteht, einen Zugang zu neuer Dramatik zu verschaffen.

Aber wie gesagt: Festvial aus. Vier übervolle Tage gewesen. Viel Drama. Viel schön. Zum Abschluss noch mit Wend Kässens vom Deutschen Literaturfonds e.V. bei einer Abschlussmatinee Revue passieren lassen. Wir freuen uns aufs nächste Mal!

von Theresa Luise Gindlstrasser

TLG: Konsumverhalten

Mein Lebensstandard beruht auf Ausbeutung. Ihrer auch. Wir können über Spendengelder und ehrenamtliche Tätigkeiten versuchen, der Zufälligkeit unseres Geburtsortes gerecht zu werden. Werden wir dieser Ungerechtigkeit der Verteilung der Mittel, der Verteilung von Unmittel auf dieser Welt aber je angemessen begegnen? Zumindest kann kein Spendengeld und keine ehrenamtliche Tätigkeit darüber hinweg täuschen, dass unser Lebensstandard auf Ausbeutung, Armut, Krieg, Folter, Vergewaltigung beruht. Am Boden dieses Zusammenhangs von Lebensstandard und Ausbeutung sitzt und spuckt und speit die Weltwirtschaft. Deswegen ist es vor allem unser Konsumverhalten mit dem wir tagtäglich Entscheidungen über den Fortgang von Ungerechtigkeit treffen.

Wie diese weltwirtschaftlichen Zusammenhänge genau aussehen, natürlich sind das große Schritte, wie genau und woher? Andererseits sind die Zusammenhänge natürlich auch frappierend einfach. Die von Jan-Christoph Gockel und Ensemble erarbeitete Performance COLTAN-FIEBER vermittelt im raschen Durchgang unter Verwendung einfacher Theatermittel diesen Zusammenhang zwischen Konsumverhalten und Ausbeutung. Damit der kleine Leopold in Belgien seinen Laptop, seine Playstation und sein Handy haben kann, muss ein anderer Junge im Kongo im Bürgerkrieg kämpfen und in Coltan-Minen für 3 Dollar im Monat arbeiten. Neben der inhaltlichen Dringlichkeit zeichnet die Performance auch ein großes Gespür für große Bilder aus.

von Theresa Luise Gindlstrasser

Kritik zu Killed by friendly fire: Der Albtraum des einfachen Handwerkers

Von Christina Resch

Das Drammatiker*innen Festival brachte am Freitag ein Gastspiel, betitelt mit „Killed by friendly fire“, auf die Bühne im Schauspielhaus Graz. Das Stück, unter der Regie von Stefana Pop-Curseu, macht den Optimismus der rumänischen Wirtschaft zum Thema und veranschaulicht mit dramatischen Szenen, dass diese noch lang keine rosige Zukunft vor sich hat.

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Kritik zu Coltan-Fieber: Ein Stück Kongo

Von Lisa Handler

Im Rahmen des Dramatiker*innenfestivals ließen Regisseur Jan-Christoph Gockel und sein internationales Ensemble in Coltan-Fieber die Puppe tanzen, schuften und schießen.

Der Kleine kommt aus der Schule und will lernen, doch jemand schreitet bedrohlich auf ihn zu und drückt ihm eine Waffe in die Hand. Das Schulzeug wird angezündet und löst sich zusammen mit seiner kindlichen Unschuld in Rauch auf. Als Kindersoldat, ausgebeuteter Arbeiter oder als kleiner Tyrann, der herumschreit, weil er den neuesten technischen Schnickschnack haben will, stellt die Kinderpuppe Leonhard in der Performance die Verbindung zwischen den Geschichten her.

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