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Interview mit Cyrano de Bergerac-Fechttrainerin Renata Jocic

Kampfszenen sind mehr Choreographie als Kampf, das Augenmerk liegt vor allem in der Entwicklung, in der Dramaturgie: es gibt einen Einstieg, einen Verlauf – und genau einen solchen Verlauf, der jeweils an die Figuren angebunden ist, gibt es auch in der Choreographie. Jede Rolle hat idealerweise also eine eigene Bewegungsmatrix.

Wir haben uns gerade bei diesem Stück entschieden, nicht mit Fakes zu arbeiten. Die Fakes erzählen unter Umständen von nur einem einzigen Blickwinkel, deuten etwas an oder auf etwas hin – die Choreographie, so wie ich sie entwickle, steht aber in direktem Zusammenhang mit den Figuren, im besten Fall übertragen sich die Charakterzüge der Figuren auf den Kampf.

 

Was durchlebt die Figur in einem Kampf?
Dieses Erlebte im Moment gibt auch der Figur nochmal einen anderen Atem, ein anderes Gefühl für den Körper.

Einen Plan B für die eine oder andere Bewegung gibt es nicht. Jede Bewegung ist verinnerlicht und an das Spiel angebunden, die Schauspieler müssen wissen, warum sie überhaupt da sind – das ist die Essenz. Aber es gibt natürlich auch Bewegungen, die belanglos sein können. Bewegungen, die als Aufhänger fungieren oder Bewegungen, die Sinn machen und eine Berechtigung haben.

Es gibt zwei große Kämpfe im Cyrano und einen Albtraum, eine kurze Sequenz, in der erkennbar ist, was tatsächlich erzählt wird, was es tatsächlich auf sich hat. Da kann man ganz genau erkennen, wie Körpersprache in einem Erzählstrang funktionieren kann. Und es gibt noch ein paar kleinere Raufereien…