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Wie geht es weiter? – Die Spielzeit 2017.2018

Das Publikum erwarten in der kommenden Saison 22 Premieren, darunter vier Uraufführungen und drei Österreichische Erstaufführungen.

 

Starten wird die nächste Spielzeit mit Werner Schwabs „Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm“ am 29. September. Von Lessings „Nathan der Weise“ über Molières „Tartuffe“ bis zu Thomas Manns „Der Zauberberg“ spannt sich danach der Bogen in HAUS EINS.

 

HAUS ZWEI wird am 30. September mit „Vereinte Nationen, einer Österreichischen Erstaufführung von Clemens J. Setz eröffnet.

 

„Böhm“ von Paulus Hochgatterer wird in der kommenden Saison inszeniert von Nikolaus Habjan, der auch an diesem Abend wieder eine Puppe zum Leben erwecken wird – Uraufführung am 22. März 2018. Den Abschluss auf der großen Bühne macht am 12. Mai 2018 „Das Alte Testament“ – ein Projekt und Bühnenspektakel von Volker Hesse, der in der aktuellen Saison „Geächtet“ inszenierte.

Der Vorverkaufsstart für alle Termine im September und Oktober hat bereits begonnen: Sichern Sie sich jetzt Ihre Karten!

„Du (Norma)“: Ein Fühlen auf den Zahn der Zeit

Premiere am 4. März, 20.00 Uhr, HAUS ZWEI

Die Österreichische Erstaufführung „Du (Norma)“ von Philipp Löhle ist ab 4. März in der Regie von Dominic Friedel zu sehen.

Ist Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern eine Illusion? Diese Frage stellt der Regisseur in „Du (Norma)“. Dramatisch ist die Geschichte von Norma, der eine Prüfung nach der anderen im Leben aufgebürdet wird …

Mit dem gewohnten Witz von Philipp Löhle werden in „Du (Norma)“ Geschichten erzählt, die das tägliche Leben schreibt.

Weitere Vorstellungen am 8. und 17. März, am 5. und 26. April, jeweils 20.00 Uhr, sowie ab Mai, HAUS ZWEI

Presseschau: ,,Einfach kompliziert“

,,Einfach kompliziert“ mit Gerhard Balluch

„‚Einfach kompliziert‘ als begeisterndes Solo. […] Elena Bakirova inszeniert puristisch, lässt es auf der BÜhne bei einer Holzkiste, einer Tür, einem Sessel. Dazwischen arbeitet sich Balluch mit feinem Gespür für Text und Rhythmus ab. Nichts bleibt hier zufällig, nichts ist in diesen eindringlichen 90 Minuten ungewollt beiläufig.“ (Daniel Hadler, Kleine Zeitung)

„Gerhard Balluch spielt Bernhards großen Monolog mit viel Herzblut in HAUS DREI des Schauspielhauses. […] Gerhard Balluch ist in seinem Element. Er spielt mit dem Text, formuliert, moduliert, lässt feine Zwischentöne und zwischendurch auch viel Pathos zu. Er demonstriert ‚königliches Husten‘ ebenso wie eine gewisse Sturheit des Alters. Pendelt zwischen großer Geste und stiller Verzweiflung. […] Carlotta Bonuras Ausstattung liefert dem Schauspieler genau das, was er braucht […] ‚Einfach kompliziert‘ gerät Balluch zu einer eindrucksvollen One-Man-Show, in der er all seine Qualitäten ausspielen kann.“ (Michaela Reichart, Kronen Zeitung)

Weitere Vorstellungen am 14. und 27. Februar, am 2. und 28. März, jeweils 20.30 Uhr, sowie ab April

„Die Wunderübung“ in der Presse

„Die Wunderübung“ fand auch bei den Kritiker*innen großen Anklang:

„Kongeniales Trio: Franz Solar, Johannes Silberschneider und Margarethe Tiesel […] Daniel Glattauers sarkastische Szenen einer brüchigen Ehe im Schauspielhaus Graz. Eine grandiose schauspielerische ‚Wunderübung‘. […] Grandios ist Margarethe Tiesels Mienenspiel. […] die Komödie bietet Johannes Silberschneider die Gelegenheit, erneut zu beweisen, dass er zu den besten, vielseitigsten und wandlungsfähigsten Schauspielern des Landes zählt, mit einem schier unerschöpflichen Reservoir an glaubwürdigsten Ausdrucksmitteln. […] Ein rarer, großer Wortwunderheiler. Ausgezeichnetes, entlarvendes Unterhaltungstheater mit stabiler innerer Haltung, geprägt durch ein kongeniales Trio. Gebührender starker Applaus.“ (Werner Krause, Kleine Zeitung, 6. Februar 2017)

„Regisseur Mario Matthias kann in seiner Version des programmierten, aber schon auch heimtückischen Lachschlagers im Grazer Schauspielhaus noch dazu auf eine Idealbesetzung bauen. Margarethe Tiesel und Franz solar […] brillieren durch Wortakrobatik und Situationskomik […] Eine Zimmerschlacht, ausgetragen mit scharfer Sprachmunition, aber auch einigen überraschenden Kehrwendungen, ist das Ergebnis […] Am Ende viel Beifall.“ (Werner Krause, kleinezeitung.at, 4. Februar 2017)

„Daniel Glattauers ‚Die Wunderübung‘ hält in der Regie von Mario Matthias einen unbeschwerten Abend bereit, an dem sich ein Paar beim Therapeuten die Hölle heiß macht. […] Ein locker-flockiger Abend.“ (Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 6. Februar 2017)

„Das Publikum johlte vor Vergnügen […] Regisseur Mario Matthias sorgte für rasche Dialoge und einen flott gespielten Dauerzwist […] Als in Streit und Versöhnung perfekt aufeinander eingespieltes Ehepaar überzeugten Margarethe Tiesel und Franz Solar, die einander an Trockenheit und Schärfe nichts schuldig blieben. Johannes Silberschneider als Paarberater […] ist eine liebevolle Charakterstudie […] er wirkt menschlich und echt.“ (Kathrin Zehetleitner, APA, 5. Februar 2017)

„Regie führte der junge und talentierte Mario Matthias […] Ein Stück, das man sehen muss […] eine perfekte Aufführung! […] riesen Applaus an Margarethe Tiesel, Franz Solar und Johannes Silberschneider“ (Margarethe Rinnhofer, meinbezirk.at, 4. Februar 2017)

Weitere Vorstellungen am 7., 10. und 17. Februar, am 4., 8., 15., 16., 22. und 25. März, jeweils 19.30 Uhr, sowie ab April

Mehr Details über das Stück HIER.

„Ein Musikfeuerwerk!“ – Pressestimmen zu REDAKTIONSSCHLUSS!

Und das sagt die Presse …

„Redaktionsschluss von Sandy Lopičić, ein Musikfeuerwerk! […] Am Beginn bei ‚Pfiat di Gott‘ hat sich schon die Gänsehaut über meinen Körper gelegt. Bei ‚The Hanging Tree‘ war ich schon begeistert von dieser Aufführung. Die Schauspieler/innen Henriette Blumenau, mit sehr schöner Stimme, Sarah Sophia Meyer, Clemens Maria Riegler, Andri Schenardi und Susanne Konstanze Weber, bespielen und besingen die momentane Medien-Lage unserer Welt, mit viel Traurigkeit und Angst, Aggression und Ratlosigkeit. […] Diese Aufführung ist sehenswert, ein schönes Erlebnis voller Musik. Die Musiker/innen deeLinde, Raphael Meinhart, Milos Milojevic, Sasenko Prolic und Helmut Stippich bespielen ihre Instrumente mit einer Hingabe und erwecken diese zum Leben.“
(meinbezirk.at, 14. Jänner 2017)

„‚Redaktionsschluss!‘ von Sandy Lopičić im Schauspielhaus Graz ist eine rasante […] Revue mit ernstem Inhalt: Meinungsfreiheit und Manipulation. Eine Zeitungsnotiz aus Istanbul im März 2016 hat den Regisseur und Musiker Sandy Lopičić zu seinem neuen Stück ‚Redaktionsschluss!‘ angeregt, das bei der Uraufführung im Schauspielhaus Graz am Donnerstag sogar mit Standing Ovations bedacht wurde. […] Lopičić interessiert diese Endgültigkeit: Was teilt man mit, wenn es nur noch eine Gelegenheit gibt, für ein letztes Wort, ehe die Staatsmacht zuschlägt? ‚Redaktionsschluss!‘ ist eine eineinhalbstündige Revue geworden, in der fünf Schauspieler und fünf Musiker mittels 21 sehr unterschiedlicher Lieder und mit zum Teil großem artistischen Einsatz das Thema Meinungsfreiheit umkreisen. Das Spektrum reicht von einem Bach-Präludium bis zu Songs von Brecht und Weill […], von Georg Kreislers Bösartigkeiten (‚Was tut man, um zu sein‘) über den Horror bei Tom Waits (‚Swordfishtrombone‘) […] Die Musiker erzeugen Rasanz mit einer recht wilden Mischung (u. a. Cello, Marimba, Saxofon, Bass, Gitarre, Klavier). […] Großartig ist zum Beispiel Kreislers ‚Als der Zirkus in Flammen stand‘. Ein beklemmendes Beispiel für Repression erfolgt ohne Worte: Helmut Stippich spielt unter großem artistischen Einsatz das Präludium in h-Moll aus Johann Sebastian Bachs ‚Wohltemperiertem Klavier‘.“
(Norbert Mayer, Die Presse, 14. Jänner 2017)

„Man erlebt […] einen hervorragend gespielten, kunterbunten Abend. Die Vorgänge rund um kritische türkische Zeitungen wie ‚Cumhuriyet‘ und ‚Zaman‘ haben Regisseur und Musiker Sandy Lopičić  zu diesem Abend inspiriert. Und der fängt gut an. Mit einfachen Mitteln wie einem alles sehenden Scheinwerfer und dem beklemmenden Stalker-Song ‚Every Breath you take‘ von The Police wird eine ungemütliche Atmosphäre erzeugt. […] Einmal mehr vereint er großartige singende und musizierende Schauspieler (Henriette Blumenau, Sarah Sophia Meyer, Clemens Maria Riegler, Andri Schenardi und Susanne Konstanze Weber) und nicht minder hervorragend schauspielernde Musiker (deeLinde, Raphael Meinhart, Milos Milojevic, Sasenko Prolic und Helmut Stippich) zu einem Team, das die Gabe hat, das Publikum mitzureißen. Die Songauswahl ist breit: Von David Bowie über Georg Kreisler […] und Tom Waits bis Ralph Benatzky und Kurt Weill reicht das perfekt dargebotene und mit viel Herzblut einstudierte Angebot. Und es bringt natürlich eine Fülle an Emotionen von kindlicher Schadenfreude über Melancholie bis hin zum Aufbegehren mit sich.“
(Michaela Reichart, Kronen Zeitung, 14. Jänner 2017)

„Am Anfang stehen sie da, zehn Menschen, stumm und abmarschbereit: Auszug aus dem Arbeitsplatz, Kartons und Schachteln sind gepackt, der Gummibaum kommt auch mit. Mit diesem starken Bild beginnt im Grazer Schauspielhaus ‚Redaktionsschluss!‘, eine von Sandy Lopičić konzipierte und als Regisseur umgesetzte ‚Vorstellung mit Musik‘. […] ‚Pfiat di Gott‘ intonieren die fünf Schauspieler und fünf Musiker als Ouvertüre für weitere 20 aneinandergereihte Songs, die allesamt szenisch aufgelöst sind. Kinder- und Volkslieder sind da zu hören, auch seichter Pop, Kräftiges aus der Alternative-Ecke, politische Chansons, Klassik, ein Wolfgang-Borchert-Text: für jeden etwas.“
(Martin Behr, Salzburger Nachrichten, 14. Jänner 2017)

Claudia Bossard im Gespräch

GESPRÄCH MIT CLAUDIA BOSSARD
REGISSEURIN VON „DER GUTE GOTT VON MANHATTAN“

Was waren die entscheidenden Themen und Bilder, die „Der Gute Gott von Manhattan“ bei Dir auslöste?

Diesen Text auf eine Theaterbühne zu bringen, ist ein sehr reizvolles Unternehmen, nämlich thematisch gesehen, in der Anonymität einer Großstadt wie Manhattan Intimität entstehen zu lassen. In New York als Stadt der Städte steckt eine Vielzahl von Chancen und Möglichkeiten, aber auch das Potential für Vereinsamung und Wahn. Des Weiteren ist Manhattan auch ein Vexierbild für Liebe und Konsum als Begehren. Und obendrein ist das Hörspiel eingebettet in einen absurden Kriminalfall, der das ganze fast schon auf eine kafkaeske Höhe treibt. Dies sind alles Themen und Situationen, die sich auch auf unsere Zeit der Globalisierung ummünzen lassen.

Worin siehst Du die Schwierigkeit einen Text, der als Hörspiel konzipiert ist, auf die Bühne zu bringen?

Darin, dass die Ebene des Zuhörens und somit des freien Phantasierens sich auf der Bühne im Visuellen einlösen muss, sprich bildlich übersetzt wird. Dabei ist man immer mit der Gratwanderung konfrontiert, zu viel oder zu wenig zu bebildern. Konkret: Wo muss man die Sprache für sich sprechen lassen? Da dieser Text thesenhaft geschrieben ist, lassen sich immer mehrere Räume erschließen. Deshalb galt es eine Bildsprache zu entwickeln, welche die Erzählung zuspitzt und entfaltet. Und trotzdem darf die Freiheit im Blick des Zuschauers nicht eingeschränkt oder vorweg genommen werden. Deshalb braucht man im gegenseitigen Spiel von Text und Bild eine Trennung, die jeweils diesen Freiraum schafft, indem die Sprache und dann die Aktion für sich stehen können.

 

Der Briefwechsel „Herzzeit“ zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan kommt ebenfalls in der Inszenierung vor. Ist er also eine Ergänzung, Reflexion, die Du als Gewinn für das Stück siehst?

Das Interessante in der Kombination dieser beiden Texte liegt vor allem darin, dass wir es hier mit zwei unterschiedlichen Lieben zu tun haben, die unmittelbare versus die abwesende. Jennifer und Jan sind mehr das Bild einer Liebe als Ausnahmezustand, dabei aber sprachlich formal und artifiziell konstruiert, während der Briefwechsel zwischen Bachmann und Celan trotz der Distanz eigentlich das Gegenteil schafft, nämlich den Versuch einer ehrlichen Annäherung. Dabei spricht er auch die Zweifel an, die wiederum in „Der Gute Gott von Manhattan“ nur in Andeutung, verhandelt werden.

 

Wie sehr konntest Du, vor allem als Germanistin, dich dem Mythos dieser vielfach besprochenen Liebesgeschichte von Celan und Bachmann entziehen?

Klar liegt darin eine Schwierigkeit, dass die Beziehung der beiden ein Mythos ist und ein fast schon absurder Voyeurismus auf diesem literarischen Liebespaar liegt. Es scheint beinahe unmöglich dieses autobiographische Dokument auf die Bühne zu holen, ohne dabei Bachmann und Celan als mystifizierte Figuren auftreten zu lassen und wertfrei und unkommentiert mit der Sprache zu spielen. Aber genau dieser Widerspruch hat mich interessiert, und so gesehen habe ich den Briefwechsel als eine weitere Möglichkeit entdeckt, Liebe in ihrer Ambivalenz und unterschiedlichen Form, auch textlich, zu verhandeln.

 

THE MAN WHO SOLD THE WORLD

lalalala

We passed upon the stair We spoke of was and when Although I wasn’t there He said I was his friend Which came as some surprise I spoke into his eyes I thought you died alone A long, long time ago

Oh no, not me I never lost control You’re face to face With the man who sold the world

lalala

– M / T: David Bowie (1970)

STÜCK VOM HIMMEL

Warum in seinem Namen? Wir heißen selber auch. Wann stehen wir für unsre Dramen? Er wird viel zu oft gebraucht. Alles unendlich, unendlich.

Welche Armee ist heilig? Du glaubst nicht besser als ich! Bibel ist nicht zum einigeln, Die Erde ist unsere Pflicht! Sie ist freundlich, freundlich Wir eher nicht.

Ein Stück vom Himmel, Ein Platz von Gott, Ein Stuhl im Orbit, Wir sitzen alle in einem Boot! Hier ist dein Haus, Hier ist was zählt. Du bist überdacht Von einer grandiosen Welt.

Religionen sind zu schonen, Sie sind für Moral gemacht. Da ist nicht eine hehre Lehre, Kein Gott hat klüger gedacht, Ist im Vorteil, im Vorteil.

Welches Ideal heiligt die Mittel? Wer löscht jetzt den Brand? Legionen von Kreuzrittern Haben sich blindwütig verrannt. Alles unendlich,…

Welches Ideal heiligt die Mittel? Wer löscht jetzt den Brand? Legionen von Kreuzrittern Haben sich blindwütig verrannt. Alles unendlich, warum unendlich? Krude Zeit.

Ein Stück vom Himmel Ein Platz von Gott, Ein Stuhl im Orbit. Wir sitzen alle in einem Boot. Hier ist dein Heim, Dies ist dein Ziel. Du bist ein Unikat, Das sein eigenes Orakel spielt. Es wird zu viel geglaubt, Zu wenig erzählt.

Es sind Geschichten, Sie einen diese Welt. Nöte, Legenden, Schicksale, Leben und Tod, Glückliche Enden, Lust und Trost.

Ein Stück vom Himmel Der Platz von Gott. Es gibt Milliarden Farben, Und jede ist ein eigenes Rot. Hier ist dein Heim, Dies unsere Zeit. Wir machen vieles richtig, Doch wir machen’s uns nicht leicht Dies ist mein Haus, Dies ist mein Ziel.

Wer nichts beweist, Der beweist schon verdammt viel.

Es gibt keinen Feind, es gibt keinen Sieg. Nichts gehört niemand alleine, Keiner hat sein Leben verdient. Es gibt genug für alle, Es gibt viel schnelles Geld, Wir haben raue Mengen, Und wir teilen diese Welt, Und wir stehen in der Pflicht.

Die Erde ist freundlich, Warum wir eigentlich nicht? Sie ist freundlich, Warum wir eigentlich nicht?

– M / T: Herbert Grönemeyer (2007)